Im Wandel der Zeit
Im Wandel der Zeit: Von Uropas Taschenuhr zur Swatch meines Enkels
Wie sich im Laufe der Zeit doch die Dinge verändern! Damals, als ich noch Kind war, war ich zufrieden, wenn ich einen Ball hatte, mit dem ich mit Freunden draußen im Grünen spielen konnte. Mehr brauchten wir nicht. Den ganzen Tag verbrachten wir draußen und heute? Heute sitzen die Kinder doch meist den ganzen Tag drinnen, spielen Computerspiele, surfen im Internet, haben die neuste CD und das neuste Spiel und sind out, wenn sie ein bestimmtes Produkt nicht haben. Irgendwie auch schade. Früher waren wir mit viel weniger Dingen zufrieden.
Damals zum Beispiel, auf meiner Hochzeit war ich der glücklichste Mensch auf Erden. Ich hatte eine alte Taschenuhr in der Anzugtasche stecken, ein Erbstück meines Urgroßvaters, und das war’s. Und auch die Hochzeits Tischdeko war recht bescheiden. Einzig ein Blumenstrauß in der Mitte des Tisches diente als Dekoration. Und das reichte auch. Denn außer der Tischdecke aus Plauener Spitze und dem Besteck brauchte man ja nichts weiter. Heute dagegen wirkt alles überladen und zu viel. Ich finde, mit wenigen tollen Dingen kann man viel mehr Eindruck schinden.
Auch wenn ich an den Schulanfang meines Enkelsohns zurückdenke, dann wünsche ich mich doch manchmal in die gute alte Zeit zurück. In den Schultüten der Kinder fanden sich nicht nur wenig Süßigkeiten und ein paar Hefte und Stifte wie zu unserer Zeit, sondern auch Computerspiele, elektrische Autos, eine Swatch Uhr und vieles mehr. Das muss man sich mal vorstellen: Ich war früher mit der Taschenuhr höchst zufrieden, die ich auch heute noch benutze, aber bei den jungen Leuten von heute muss es natürlich mindestens eine Swatch sein. Aber sollen sie mal machen, sieht ja auch modern aus und mithalten muss der Kleine ja auch können.
Ich habe ja an sich überhaupt nichts gegen den Wandel der Zeit, aber ich setze mich dann doch lieber in meinen alten Schaukelstuhl, spiele Musik im Plattenspieler und denke zurück an wunderbare vergangene Zeiten.
